Zen-Glossar

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A
Anatta (Pali, Sanskrit anatman): Nicht-Ich(haftigkeit)
Anicca (Pali, Sanskrit anitya): Unbeständigkeit (alles Seienden)
Avalokiteshvara (Sanskrit) wörtl.: „Der die Klänge der Welt wahrnimmt“. Einer der bedeutendsten Bodhisattvas im Mahayana-Buddhismus, Verkörperung des Mitgefühls (Jap. Kannon)
B
Banka Abendrezitation (am späten Nachmittag)
Bodhidharma (Sanskrit), 470-543(?), 28. Dharma-Nachfolger des Buddha Shâkyamuni und erster Patriarch des Zen in China. Der Legende nach kam B. aus Indien.
Bodhisattva (Sanskrit, Jap. bosatsu): „Erleuchtetes Wesen“; Verkörperung der Selbstlosigkeit im Mahayana-Buddhismus; ein Wesen, das die Buddhaschaft anstrebt, jedoch so lange auf das Eingehen in das Nirvana verzichtet, bis alle Wesen erlöst sind.
C
Chōka Morgenrezitation
D
Dai Oshō (Jap.), wörtl.: „großer Priester“. Ehrentitel für Meister des Zen.
Dharma (Skrt.), wörtl.: „tragen, halten“.
Zentraler Begriff des Buddhismus, der vor allem in zwei Bedeutungen verwendet wird:
1.) das kosmische Gesetz, alle Manifestationen der Wirklichkeit
2.) die Darlegung der Lehre des Buddha.
Dharma-Name SchülerInnen, die zu Buddha, Dharma und Sangha Zuflucht genommen haben, erhalten zu entsprechender Zeit von ihrem Meister „Jukai“, die Laienordination. Der Dharma-Name kann zum Familiennamen getragen werden.
Dharma-Übertragung (Jap. Shihō), die Übertragung von „Herz zu Herz“ (Jap. Ishin-Denshin); Bestätigung des Schülers als Meister; Erlaubnis des Meisters für den Schüler, den Buddha-Dharma zu lehren und zu übertragen.
Do (Jap., Chin. tao): „Weg“; im Zen ein zentraler Begriff, vom Taoismus übernommen; in Japan angewandt auf die "Kunst-Wege", wie cha-do, sho-do, kyu-do, ju-do etc.
Dokusan  (Jap.), wörtl.: „allein zu einem Höheren gehen“. Formelle Begegnung zwischen Schüler und Meister, in der der Schüler sein Verständnis des Dharma darlegen kann. Ähnlich: Sanzen
G
Gasshō (Jap.), im Buddhismus eine Mûdra, Geste des Grußes und Respektes, bei der die Handflächen vor der Brust zusammengelegt werden.
Gelübde Richtlinien zur Verwirklichung des Buddha-Geistes; Verpflichtung, sich den drei Kostbarkeiten Buddha, Dharma und Sangha zu widmen, sowie die zehn Hauptgebote (Jap. Kai) des Mahayana-Buddhismus einzuhalten.
Gyodo Rezitation beim Kinhin (Geh-Meditation)
H
Handaikan Tischdienst, Bedienung
Hara (Jap.): „Bauch“; Punkt der Konzentration 5 cm unter dem Nabel; Energiezentrum - entspricht dem chin-lu, dem 'goldenen Ofen' im unteren Zinnoberfeld des Taoismus.
Herz-Sûtra (Jap. Hannya Shingyō), das „Herzstück“ der Prajnaparamita-Sûtras (Sûtra der höchsten Weisheit), worin die Unterweisungen zur Leerheit in konzentrierter Form formuliert sind.
I
Inji AssistentIn des Roshi/Sensei
Inka (Jap.): Siegel der Erleuchtung, ausgestellt von einem Zen-Meister zur Bestätigung eines Schülers. Ähnlich: Shiho.
Inkin Handglocke
Ino leitet die Rezitation
J
-Ji (Jap., Chin. ssu): Suffix für (Haupt-)Tempel oder Kloster
Jikijitsu Leiter des Zendo, für die Harmonie innerhalb und ausserhalb des Zendo zuständig, verkörpert das männliche Prinzip
Joko Assistent des Jikijitsu
K
Kai Han das Schlagen des Holzbretts (Stundenschlag)
Kaichin Nachtruhe
Kaijo Die Nachtruhe brechen - Aufstehen
Kansho Kleine Standglocke (für Dokusan)
Keisaku, auch Kyosaku (Jap.), wörtl.: „Erweckungsstock“. Abgeflachter Stock von 75 bis 100 cm Länge, mit dem schläfrigen oder verkrampften Sitzenden während des Zazen zur Ermunterung und zum Ansporn auf die Schultern geschlagen wird.
Kensho (Jap., Chin. chien-hsing): Einsicht in die eigene Wahre Natur, Erleuchtungserfahrung.
Kesa (Jap.), wörtl.: „grobe Woll-Stola“. Das ursprüngliche buddhistische Gewand, aus Flicken zusammengesetzt. Im Zen das aus 7, 9, 11 oder mehr Bahnen bestehende äußere Gewand der Mönchsrobe (Koromo).
Kinhin (Jap.), „Zazen im Gehen“, Konzentration auf langsames Gehen, zwischen den einzelnen Zazen-Perioden geübt.
Kōan (Jap., Chin. kung-an) wörtlich: „Öffentlicher Aushang, Gesetz“; Ausdruck der universellen Wahrheit des Buddhaweges in Form einer Formulierung aus einem Sûtra oder einer Episode aus dem Leben eines alten Meisters; meist mit Kommentaren; vor allem im Rinzai-Zen als Mittel, um unter Umgehung des Intellekts das dualistische Denken zu durchbrechen.
Koromo (Jap.) eine weitärmelige, aus China stammende Robe der Mönche, die zwischen Kimono und Kesa getragen wird.
L
Laienordination unglückliche Übersetzung aus dem Jap.(Jukai); wörtl.: „die Gelübde empfangen“ . Eine Zeremonie, in der „Laien“ (= Menschen, die keine Mönchsordination erhalten haben) durch den Empfang der Gelübde ihre innere Verpflichtung ausdrücken, dem buddhistischen Weg zu folgen (manchmal auch Bodhisattva-Ordination genannt).
Leerheit Sanskrit Shunyata, Jap. Ku; zentraler Begriff des Buddhismus, mit der Konnotation „Soheit“ [tathatá]. Bezeichnet die Ansicht, dass alle Erscheinungen über keine dauerhafte Substanz verfügen, sondern nur relativ zueinander, in wechselseitiger Abhängigkeit, existieren und dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen sind.
M
Mokugyō (Jap.), wörtl.: „Holz-Fisch“, hölzerne Trommel in Form eines kugeligen Fisches, die mit einem gepolsterten Schlegel beim Rezitieren der Sûtras angeschlagen wird.
Mondō (Jap.) wörtl. „Frage und Antwort“. Kurzer Zen-Dialog zwischen Lehrer und Schüler oder spontaner Austausch zwischen Zen-Meistern, in dem die eigentliche Erkenntniserfahrung ausgedrückt werden soll.
Mûdra (Sanskrit), wörtl.: „Siegel, Zeichen“, Körperhaltungen oder Gesten, die bestimmte Aspekte der buddhistischen Lehre verkörpern. Das wichtigste Mûdra des Zen ist die Zazen-Haltung selbst, und die Haltung der Hände (Jap. Hokkai-Join, „Dharma-Essenz, Siegel des Zazen“).
N
Niso, Zenni Bezeichnung für Nonnen und weibliche buddhistische Geistliche.
Niten soji tägliches Aufräumen und Säuberungsarbeit in Haus und Garten
O
Ordensnamen Nonnen und Mönche erhalten von ihrem Meister einen Namen, der mindestens eine Silbe (ein Schriftzeichen) aus dem Namen ihres Meisters enthält. Nach ihrer Klosterausbildung, mit der „Selbstständigwerdung“ und Anerkennung durch den Meister und die Traditionslinie, erhalten Mönch oder Nonne einen zweiten Namen.
Osho (Jap.) Anrede für einen voll ordinierten Mönch.
P
Pāramitā (Sanskrit): „Das andere Ufer erreicht haben"; transzendenten Tugenden, die ans andere (para) Ufer (mita) der Weisheit, also zum Erwachen, führen. Die sechs Paramitas, „Vollendungen“: Gebefreudigkeit, Disziplin, Geduld, Ausdauer, Meditation und Weisheit.
Prajñā (Sanskrit): „Weisheit“; die sechste der Pāramitā; große umfassende Weisheit, die alle Dinge und Phänomene im ganzen Universum durchdringt; besonders aber die transzendente Weisheit der Prajñā-Pāramitā-Sutra;
R
Rakusu (Jap.), ein viereckiges, aus kleinen Flicken zusammengesetztes 5-bahniges Stück Tuch, das an einem Band um den Hals getragen wird. Es symbolisiert das Kesa des Buddha und dessen Schülern und wird von Mönchen und ordinierten Laien des Mahayana-Buddhismus getragen.
Rinzai-Zen (Jap., Chin. lin-chi-ch'an): Begründet von Lin-chi I-hsüan (Rinzai Gigen) in der T'ang-Zeit und im 13. Jh. von Eisai und Daio in Japan eingeführt; betont die Koan-Praxis.
Rohatsu Grosses Sesshin zum Gedenken an Buddhas Erleuchtung
Rōshi (Jap.), wörtl.: „alter (verehrungswürdiger) Meister“. Respektvoller Titel für einen Zen-Lehrer (Dharma-Linienhalter). Wird im Rinzai-Zen nur nach Absolvieren der traditionellen Klosterausbildung sowie Überprüfung und Anerkennung durch andere Roshi verliehen. Roshi sind Dharmanachfolger, die in der Dharmalinie geführt werden. Man kann sich selbst nicht Roshi nennen.
S
Samâdhi (Sanskrit), wörtl.: „Fixieren, Festmachen“. Die Sammlung des Geistes, nicht-dualistischer Bewusstseinszustand. Im Zen der ursprüngliche, natürliche Geistzustand.
Sampai (Jap.) „dreifache Niederwerfung“, Ausdruck des höchsten Respektes, den ein Zen-Praktizierender erweisen kann.
Samu (Jap.) „Konzentration auf die Handlungen des täglichen Lebens“, meditative Arbeiten im klösterlichen Kontext, das ebenso zum vollkommenen Gewahrsein führen kann, wie die Übung des Zazen.
Sangha (Sanskrit), wörtl.: „Menge, Schar“. Die Gemeinschaft der Praktizierenden des buddhistischen Weges.
Sanzen (Jap.): „(Zum) Zen gehen“; Einzelgespräch zwischen Lehrer und Schüler.
Ähnlich: Dokusan.
Sarei formeller Tee-Zeremonie aller gemeinsam Praktizierenden
Satōri (Jap., Chin. wu): Selbst-Verwirklichung, Erleuchtung. Die Erfahrung des Erwachens als normalen Zustand des Geistes.
Seiza (Jap.) traditionelle japanische Sitzhaltung, bei der man kniend auf den Fersen sitzt.
Sensei (Jap.), Anrede für Lehrer und andere Respektspersonen.
Sesshin (Jap.), wörtl.: „Berühren des Geistes“. Phase besonders intensiver, disziplinierter Übung des Zazen, wie sie in Zen-Klöstern in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird; die Dauer kann zwischen 2 ½ Tagen und mehreren Wochen betragen.
Shasshu Handhaltung beim Kinhin; Übereinanderlegen der Hände (die linke über der rechten Handfläche) vor der Brust mit angewinkelten Ellenbogen;
Shika (Jap.) „Der um die Gäste weiß«; urspr. der für die Betreuung der Gäste zuständige Mönch in einem Zen-Kloster. Heute oft allgemeine Bezeichnung für den Mönchs-Ältesten, dem die Verwaltung des Klosters obliegt. 
Shōji
verkörpert das weibliche Prinzip, sorgt für das Wohlergehen der Meditationsteilnehmer im Zendo, serviert Tee, macht die Einteilung für Samu 
Sho-Shōji
Assistent des Shōji
Shunyata (Sanskrit), Jap. Ku; „Leerheit“; zentraler Begriff des Buddhismus, mit der Konnotation „Soheit“ [tathatá]. Bezeichnet die Ansicht, dass alle Erscheinungen über keine dauerhafte Substanz verfügen, sondern nur relativ zueinander, in wechselseitiger Abhängigkeit, existieren und dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen sind.
Sûtra (Sanskrit), wörtl.: „Leitfaden“. Lehrreden des Buddha oder seiner Nachfolger.
T
Tabi (Jap.), weiße Socken mit einer separaten Ausstülpung für den großen Zeh. Wird vor allem während Zeremonien getragen.
Taku Schlagholz; jeweils zwei werden zu unterschiedlichen Gelegenheiten als Signal geschlagen;
Takuhatsu (Jap.), wörtl.: „Bitten mit der Essschale“. Der traditionelle religiöse Bittgang buddhistischer Mönche.
Tathágata (Sanskrit): „Der so Gegangene“ oder: „aus der Soheit Gekommene“; der Buddha-Aspekt der Möglichkeit und Hervorbringung; die immanente Verkörperung des Absoluten; bezeichnet einen auf dem Weg der Wahrheit zur Höchsten Erleuchtung Gelangten;
Tathatá (Sanskrit): So-sein, Soheit, das-was-ist.
Teishō (Jap.), wörtl. „Darlegung der Zen-Erfahrung durch einen Zen-Meister“; Lehrvortrag; „Zeigen des Dharma“ - der unverstellten Wirklichkeit, wie sie ist.
Tenzo (Jap.): Klosterkoch, eine der anspruchvollsten Aufgaben im Zen-Kloster
Y
Yaza Freies Sitzen außerhalb des regulären Zazens, Nachtsitzen
Z
Zabuton (Jap.): Sitzmatte, Unterlage für das Sitzkissen.
Zafu (Jap.): Sitzkissen für Zazen.
Zazen (Jap.) „Sitzen in Versunkenheit“: Sitzmeditation; zentrale Praxis des Zen
Zazenkai (Jap.): Kurz-Retreat über ein Wochenende o. ä.
Zendo (Jap.): Zenkloster, Zenhalle
Zenji (Jap.): Ehrentitel für berühmte Zen-Meister; meist posthum verliehen.
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